BLOG: Pledge – der erste Tag!

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Im Zweifelsfall noch immer, Album, 2007
 

Ihr macht mich echt fertig.

Ich hab das komplett unterschätzt. Wirklich.

Was macht Ihr mit mir? Wo kommt Ihr auf einmal so geballt alle her? Ich starre auf den Bildschirm und lese Namen und versuche sie mir alle zu merken. Jeden einzelnen!

40 % vom Target am ersten Tag. Es rückt alles auf einmal in so greifbare Nähe.

Gestern Abend hatte ich einen schwachen Moment. Gustav, mein Kleiner, hat gerade seine Böckchenphase des Irrsinns und ich musste ihn in der linken und sein Laufrad plus Helm plus Rucksack in der rechten Hand quer durch den kompletten Bezirk nach Hause schleifen.

Mitleidige Blicke aufs heulende Kind und noch mitleidigere Blicke auf die noch verzweifeltere Mutter.

Zuhause dann ein Migräneanfall (und ich leide im Gegensatz zu jedem 5. Deutschen eher nicht unter diese Art von Kopf- und Stressschmerz) klarer Fall, Angst vor dem nächsten Tag. Meine Horrorvision: ich sitze beim Panel der Berlin Music Week zwischen all diesen wichtigen Medienheinis und soll etwas über Crowdfunding erzählen, und irgendwer ruft aus der Ecke: “Es hat noch immer keiner auch nur eine Deiner  CDs gekauft! Was willst DU uns erzählen…?”

Ganz normale Ängste eines ganz normalen Künstlers eben, der viel, viel Geld aus seinem verstaubten Bausparvertrag in DAS gesteckt hat, was ihn am meisten glücklich macht. Die eigene Musik, die eigenen Songs, die eigenen Geschichten, die aber irgendwie auch die Geschichten von allen anderen sind. Wir sind ja eben doch alle gleich. Und ich bin keine Übermutter (die hätte ihr Kind nicht nach Hause gezerrt sondern auf Händen getragen) und ich bin vor allem kein angstfreier Strategiker  und Geschäftsmensch….

Nachts hab ich dann geträumt, dass ich vor so einer Blockhütte auf ner grasgrünen Bergalm Gitarre spiele, seltsamerweise eine eher nicht so coole Aerosmith-Nummer. Ich beherrschte den Text und die Akkorde im Traum und alles ging leicht von der Hand. Und auf einmal, im Refrain hör ich ganz viele Leute mitsummen, dreh mich um, und da stehen dann neben und in dieser Blockhütte bei strahlendem Sonnenschein dutzende Menschen und singsängseln fröhlich mit! Freunde, ganz viele, auch die Jungs aus der Band, aber auch ganz fremde Leute….alles fühlte sich sehr leicht an.

Genialer Traum.

Noch genialere Wirklichkeit. Der grandioseste Start, den man sich wünschen kann. Und das gute Gefühl, diese Marke knacken zu können und mit dem Geld neue Investitionen  zu wagen und meine Ideen halbwegs realistisch umsetzen zu können. Nicht aus Geldgier, denn erstmal bleibt nichts hängen, dafür wurde schon zuviel investiert, das ist klar, sondern aus Liebe zur Musik.Darum geht es hier!

Ich verspreche alles zu tun, um das, was Ihr heute erpledged habt, pünktlich vor Weihnachten zu Euch zu bringen! Und wenn ich persönlich vorbei kommen muss!

Boah, klingt wie ne Drohung. Ist aber das dankbarste, was ich gerade schreiben kann.

So, und jetzt geh ich ins Bett und bin gespannt, was ich heute träume…..

 

Ich dank Euch,

 

Diane Weigmann

 

4 Responses to BLOG: Pledge – der erste Tag!

  1. Holger

    Liebe Diane, auch ich bin kein Übervater, und je älter desto schwerer werden ja die Kinder, deshalb weiter hinterherzerren ;-)
    Ich freue mich schon ganz dolle auf die CD. Und wenn meine, also die Von Seltsam! (Facebook.com/seltsam-music) auch endlich fertig gebastelt ist ( ich mach das bis jetzt auch alles selber zu Hause am PC, mixing, schnippeln etc) dann werde ich auch die Pledgeideee aufgreifen. Und hoffentlich auch soviel Erfolg haben!!!
    Wenn ich in 2 Wochen auf einer Bergalm stehen werde ich an Dich denken ;-)
    wahrscheinlich werde ich weder die Querflöte noch ein Sax mitnehmen, wollen nämlich über den Gletscher auf den Gipfel. Aber es ist ein tolles Gefühl wenn Fremde Menschen Deine Texte/Melodien mitsummen/singen.
    Ach ja Ich wohne in der Nähe von Frankfurt/Main. Gegen ein Weihnachtsständchen mit Dir und meinen Kindern( Blockflöte, Geige, Trompete) hätte ich nichts dagegen. Und wenn Du die CD da mitbringst…

    Gruß
    Holger

  2. Mir hat die Moderation mit Dir als Gast auf dem Panel sehr viel Spass gemacht, danke nochmal dafür. Und wir haben nochmal fleissig Werbung gemacht am Freitag auf der a2n.

    Viele Grüße und bis bald

    Dein Medienheini Karsten

  3. Marina

    So ist es eben – als Mitglied einer Band hat man immer Angst – wird das Konzert gelungen? Werde ich den Zuhörern gefallen oder nicht? Besonders, wenn man die ersten Schritte als Music-Star macht und sich eben erst entwickeln will, ist das schwer. Wenn man aber das macht, was man liebt, ist es auf jeden fall leichter und einfacher, denn dann kann man ja Hobby mit Beruf verbinden. Viel glück!

  4. Hans

    Zunächst hat Sie ein Kind, das manchmal anscheinend nicht einfach ist. Aber gerade deshalb sollte Sie eine CD machen und Ihre Songs veröffentlichen. Stegreif-Einfälle sind die besten. Neben dem Liedtext sollte auch eine einprägsame Melodie da sein, oder eine Melodie voller schiefer Ecken, die aber zum Liedtext passt. Diese kann auch mit verschiedenen Rock-Einlagen und Solo-Instrument Einlagen geprägt sein. All das kann man zunächst träumen und in die Realität umsetzen. Zum Vorhaben viel Erfolg!

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